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Dekubitusprophylaxe zu Hause: Bewegung, Lagerung, Matratze

Pflegerin unterstützt eine ältere Frau beim Sitzen und Positionswechsel

Dieser Beitrag erklärt, was bei der Versorgung zu Hause üblich ist, und ersetzt keine medizinische Beratung. Handgriffe an Sonde, Kanüle oder Katheter führen Sie nur nach persönlicher Einweisung durch die behandelnde Ärztin, den behandelnden Arzt oder eine Pflegefachkraft aus. Verbindlich sind immer die ärztliche Anordnung und die Gebrauchsanweisung des Herstellers. Bei Fieber, starken Schmerzen, Blutung oder Atemnot wählen Sie die 112.

Ein Dekubitus ist die Komplikation, die in der häuslichen Intensivpflege am häufigsten vermeidbar wäre und trotzdem am häufigsten auftritt. Der Grund ist selten Nachlässigkeit. Er liegt darin, dass Prophylaxe aus vielen kleinen Handgriffen besteht, die alle zwei Stunden anfallen, Tag und Nacht, und die keinen sichtbaren Erfolg produzieren. Man sieht nur, was passiert, wenn sie ausfallen.

Dieser Beitrag beschreibt, was in der häuslichen Versorgung tatsächlich schützt: Bewegung, Positionierung, das richtige Matratzensystem, Hautpflege und Ernährung. Wie eine bereits entstandene Wunde eingeordnet wird, steht im Beitrag zu den Dekubitus-Graden.

Risiko einschätzen, bevor etwas passiert

Am Anfang steht die Einschätzung, wie gefährdet der Mensch überhaupt ist. In der Pflege sind dafür Skalen wie Braden und Norton üblich, die Beweglichkeit, Aktivität, Feuchtigkeit, Ernährung, Reibung und Sensibilität bewerten. Der Expertenstandard des Deutschen Netzwerks für Qualitätsentwicklung in der Pflege verlangt eine solche Einschätzung zu Beginn der Versorgung und danach in festen Abständen sowie bei jeder Veränderung des Zustands.

Für Angehörige ist die Zahl aus der Skala zweitrangig. Wichtiger ist die Frage dahinter: Kann sich dieser Mensch selbst umlagern, und zwar wirklich, nicht nur theoretisch? Wer sich im Schlaf nicht mehr von allein dreht, ist gefährdet, unabhängig von jedem Punktwert. Bei beatmeten Menschen, nach langer Sedierung und bei einer Querschnittlähmung lautet die Antwort fast immer nein.

Was das Risiko zusätzlich erhöht

  • Erhöhter Oberkörper über Stunden, wie er bei Beatmung zum Schutz vor Aspiration nötig ist.
  • Feuchtigkeit durch Schwitzen, Inkontinenz oder austretendes Sekret.
  • Untergewicht, Eiweißmangel und zu geringe Trinkmenge.
  • Fieber, weil der Sauerstoffbedarf des Gewebes steigt.
  • Durchblutungsstörungen bei Diabetes, arterieller Verschlusskrankheit oder Herzschwäche.
  • Schmerzen, die eine Positionierung erschweren, und Medikamente, die die Wahrnehmung dämpfen.

Bewegung ist die wirksamste Prophylaxe

Das Ziel ist nicht ein starrer Zwei-Stunden-Rhythmus, sondern Bewegung überhaupt. Der Expertenstandard stellt die Förderung der Eigenbewegung an die erste Stelle: Alles, was der Mensch selbst noch bewegen kann, wird gefördert, bevor fremd gelagert wird. Erst wenn Eigenbewegung nicht ausreicht, folgt ein individuell festgelegter Bewegungsplan.

Der Rhythmus richtet sich nach der Haut, nicht nach der Uhr. Praktisch heißt das: Nach dem Umlagern wird geprüft, wie die zuvor belastete Stelle aussieht. Ist sie gerötet und die Rötung verschwindet innerhalb einer halben Stunde, war das Intervall passend. Bleibt sie länger bestehen, war es zu lang. So entsteht ein Plan, der zu diesem Menschen passt und nicht zu einem Lehrbuch.

Mikrolagerung für die Nacht

Vollständiges Umlagern alle zwei Stunden zerstört den Schlaf, und schlechter Schlaf verschlechtert alles andere. Die Alternative ist die Mikrolagerung: kleine Handtuchrollen oder Kissen unter Schulter, Becken oder Oberschenkel, die die Auflagefläche verschieben, ohne den Menschen zu wecken. Sie ersetzt das Umlagern nicht vollständig, verlängert aber die Intervalle in der Nacht deutlich.

Positionen im Wechsel

  • 30-Grad-Schräglage: der Standard, weil sie Kreuzbein und Rollhügel gleichzeitig entlastet. Der Rücken wird mit einem Kissen der Länge nach unterstützt.
  • 135-Grad-Lage: nahezu Bauchlage, entlastet das Kreuzbein vollständig, nur bei geeigneten Patienten und nach Anleitung.
  • Freilagerung der Fersen: Kissen unter der Wade, Ferse hängt frei, Knie leicht gebeugt.
  • Sitzen im Wechsel: im Rollstuhl oder Sessel alle 15 bis 30 Minuten Gewicht verlagern.
  • Zu vermeiden: 90-Grad-Seitenlage direkt auf dem Rollhügel und dauerhaft stark erhöhter Oberkörper ohne Gegenmaßnahme.

Der Transfer entscheidet über Scherkräfte

Die meisten Hautschäden entstehen nicht im Liegen, sondern beim Bewegen. Wer einen Menschen im Bett nach oben zieht, schiebt die Haut über das Laken, während das Gewebe darunter am Knochen haften bleibt. Genau das sind Scherkräfte, und sie schädigen tiefer als reiner Auflagedruck. Deshalb wird nicht gezogen, sondern angehoben, idealerweise zu zweit oder mit Gleithilfe. Ein Rutschtuch kostet wenig und verhindert mehr als jede Salbe.

Ebenso wichtig ist das Bettzeug. Faltenfreie Laken, keine Krümel, keine Knöpfe und Nähte unter dem Körper, keine Schläuche oder Kabel unter dem Patienten. Ein zusammengeschobenes Steckplaken unter dem Gesäß erzeugt innerhalb weniger Stunden eine Druckstelle, die aussieht wie ein beginnender Dekubitus und es auch ist. Diese Kontrolle dauert zehn Sekunden und gehört nach jeder Umlagerung dazu.

Matratze und Hilfsmittel richtig auswählen

Kein Matratzensystem ersetzt Bewegung, aber das falsche System macht jede Bewegung wirkungslos. Weichlagerungssysteme aus Schaum verteilen den Druck auf eine größere Fläche. Wechseldrucksysteme füllen und entleeren Luftkammern abwechselnd und erzeugen so aktiv Entlastung. Mikrostimulationssysteme arbeiten mit kleinen Bewegungsimpulsen und fördern die Eigenwahrnehmung.

Die Auswahl gehört in fachliche Hände und richtet sich nach Risiko, Gewicht, Eigenbewegung und Hautzustand. Eine Wechseldruckmatratze bei einem Menschen, der sich noch selbst dreht, kann die Eigenbewegung sogar behindern. Umgekehrt reicht ein Schaumsystem bei hohem Risiko und bestehender Wunde nicht aus.

Bezahlt wird über die Krankenkasse als Hilfsmittel nach § 33 SGB V, verordnet auf Hilfsmittelrezept, mit Zuzahlung von zehn Prozent, mindestens fünf und höchstens zehn Euro. Verbrauchsmaterial wie Handschuhe und Bettschutz läuft dagegen über die Pflegekasse: bis zu 42 Euro monatlich nach § 40 Abs. 2 SGB XI. Den Antrag dafür erstellt der Pflegehilfsmittel-Assistent in wenigen Minuten. Welche Geräte darüber hinaus zustehen, steht im Überblick zu den Hilfsmitteln bei Beatmung und Tracheostoma.

Haut und Ernährung

Die Haut wird mit klarem Wasser oder milden Waschlösungen gereinigt und danach gründlich getrocknet, besonders in den Hautfalten. Fettende Salben verschließen die Poren und verbessern nichts, Hautschutzcremes mit hohem Wasseranteil sind bei Feuchtigkeitsbelastung sinnvoll. Massagen der gefährdeten Stellen, Eisen und Föhnen gelten heute als schädlich und werden nicht mehr durchgeführt.

Ernährung ist der unterschätzte Teil. Ohne ausreichend Eiweiß, Kalorien und Flüssigkeit kann sich Haut nicht regenerieren. Nach langer Intensivbehandlung liegt fast immer ein Eiweißdefizit vor. Bei Sondenernährung wird deshalb bei hohem Risiko oder bestehender Wunde häufig auf ein eiweißreiches Produkt umgestellt, wie im Beitrag zur Sondennahrung beschrieben, abgestimmt auf die Nierenfunktion.

Kontinenz und Feuchtigkeit

Feuchte Haut hält deutlich weniger Druck aus. Bei Inkontinenz zählen zeitnaher Wechsel, atmungsaktives Material und Hautschutz. Eine sogenannte inkontinenzassoziierte Dermatitis wird oft mit einem Dekubitus Grad 2 verwechselt: Sie ist flächig, unscharf begrenzt und liegt nicht über einem Knochenvorsprung. Die Unterscheidung ist wichtig, weil die Behandlung eine andere ist.

Sitzen ist gefährlicher als Liegen

Im Sitzen lastet das Körpergewicht auf einer kleinen Fläche über den Sitzbeinhöckern, und der Druck dort liegt deutlich höher als im Liegen. Wer tagsüber im Rollstuhl oder im Sessel sitzt, braucht ein geeignetes Sitzkissen und Entlastung alle 15 bis 30 Minuten: kurz anheben, zur Seite neigen oder die Rückenlehne verstellen. Sitzzeiten werden begrenzt und dokumentiert, sonst verlagert sich das Problem einfach vom Bett in den Stuhl.

Was der Pflegedienst leisten muss

Prophylaxe ist Teil der pflegerischen Leistung, nicht ein freiwilliger Zusatz. Ein Dienst, der einen Menschen mit hohem Risiko versorgt, führt eine Risikoeinschätzung durch, legt einen Bewegungsplan fest, dokumentiert Hautkontrollen und passt beides an, wenn sich der Zustand ändert. Angehörige dürfen das einfordern und in die Dokumentation sehen.

Bei einer 1:1-Versorgung rund um die Uhr liegt hier ein zentraler Qualitätsunterschied zwischen Diensten. Fragen Sie im Erstgespräch konkret: Nach welcher Skala wird eingeschätzt? Wie oft wird die Haut kontrolliert und wo steht das? Wer entscheidet über das Matratzensystem? Die Antworten trennen einen eingespielten Intensivpflegedienst von einem, der improvisiert.

Der Aufwand für Lagerung, Hautkontrolle und Hautpflege erhöht zudem den Hilfebedarf messbar. Wer ihn mit der Pflegetagebuch-Vorlage über zwei Wochen dokumentiert, geht mit Zahlen in die Begutachtung. Ob sich daraus ein höherer Pflegegrad ergibt, zeigt der Pflegegrad-Rechner vorab.

Wie ein Bewegungsplan im Alltag aussieht

Ein Bewegungsplan ist kein Formular, sondern eine Absprache: Wer bewegt wann, in welche Position, und woran wird der Erfolg geprüft. Er hält fest, welche Positionen für diesen Menschen möglich sind, welche wegen Schmerzen, Beatmung oder Kontrakturen ausscheiden, und in welchem Abstand gewechselt wird. Genau diese Einschränkungen fehlen in Standardplänen, weshalb sie im Alltag nicht eingehalten werden.

Bewährt hat sich eine feste Kopplung an ohnehin anfallende Tätigkeiten: Positionswechsel bei jeder Grundpflege, bei jedem Wechsel der Inkontinenzversorgung, vor und nach jeder Mahlzeit, beim Schichtwechsel des Pflegedienstes. So entsteht ohne zusätzlichen Aufwand ein Rhythmus, der auch nachts trägt, wenn die Aufmerksamkeit nachlässt.

Dokumentiert wird knapp: Uhrzeit, Position, Hautbefund an der zuvor belasteten Stelle. Drei Angaben, zehn Sekunden. Dieser Aufwand entscheidet später darüber, ob nachvollziehbar ist, dass alles Nötige getan wurde, und er zeigt Muster: Wenn die Rötung immer nach der Nachtschicht auftritt, liegt das Problem dort und nicht am Matratzensystem.

Nachts ist die kritische Zeit

Zwischen 22 und 6 Uhr passiert in der Prophylaxe am wenigsten und am meisten zugleich: Die Intervalle werden länger, der Mensch bewegt sich im Schlaf kaum, und Schwitzen erhöht die Feuchtigkeit. Wer morgens regelmäßig eine Rötung am Kreuzbein vorfindet, hat kein Matratzenproblem, sondern eine Nachtlücke. Die Lösung ist selten mehr Personal, sondern Mikrolagerung zu festen Zeiten und ein Wechseldrucksystem, das nachts arbeitet, ohne zu wecken.

Häufige Irrtümer

Der erste Irrtum lautet, eine gute Matratze mache das Umlagern überflüssig. Sie senkt den Druck und verlängert Intervalle, ersetzt Bewegung aber nicht. Der zweite: Rötungen seien harmlos, solange die Haut geschlossen ist. Eine nicht wegdrückbare Rötung ist bereits ein Dekubitus Grad 1 und der einzige Zeitpunkt, an dem sich alles noch vollständig zurückbilden kann.

Der dritte Irrtum betrifft die Pflegeprodukte. Melkfett, Franzbranntwein und Massagen wurden jahrzehntelang empfohlen und schaden nach heutigem Wissen. Der vierte ist das Ringkissen, das den Druck auf den Rand verlagert und die Durchblutung im Zentrum drosselt. Wer solche Empfehlungen im Umfeld hört, fragt am besten den Pflegedienst, bevor er sie umsetzt.

Der fünfte und teuerste Irrtum ist, Prophylaxe sei Sache des Pflegedienstes allein. Bei einer Versorgung über 24 Stunden stimmt das weitgehend, bei stundenweiser Versorgung nicht: Zwischen den Einsätzen vergehen Stunden, in denen niemand umlagert, wenn die Familie es nicht übernimmt. Diese Lücke gehört offen besprochen und in den Plan geschrieben, statt sie stillschweigend zu übersehen.

Nächste Schritte

  • Legen Sie fest, wer wann die Haut kontrolliert, und schreiben Sie den Befund auf, nicht nur ins Gedächtnis.
  • Prüfen Sie das Intervall an der Haut: Rötung nach dem Umlagern länger als 30 Minuten bedeutet, dass der Abstand zu lang war.
  • Lassen Sie das Matratzensystem neu bewerten, wenn eine Rötung wiederkehrt oder sich der Zustand ändert.
  • Beantragen Sie das monatliche Verbrauchsmaterial, wenn das noch nicht läuft.
  • Sprechen Sie die Ernährung an, sobald eine Stelle gefährdet ist: Eiweiß und Flüssigkeit entscheiden mit.
  • Besorgen Sie ein Rutschtuch und lassen Sie sich den Transfer ohne Ziehen zeigen.

FAQ – Dekubitusprophylaxe

Wie oft muss umgelagert werden?

Es gibt kein festes Intervall für alle. Der Rhythmus wird individuell festgelegt und an der Haut überprüft: Bleibt eine Rötung nach dem Umlagern länger als etwa 30 Minuten bestehen, war der Abstand zu lang. Bei hohem Risiko liegen die Intervalle häufig bei zwei bis vier Stunden.

Was ist die 30-Grad-Schräglage?

Eine Seitenlage, bei der der Körper mit Kissen in einem flachen Winkel gestützt wird. Sie entlastet Kreuzbein und Rollhügel gleichzeitig und ist die Standardposition in der Prophylaxe. Die 90-Grad-Lage direkt auf dem Rollhügel wird dagegen vermieden, weil dort der Druck sehr hoch ist.

Ersetzt eine Wechseldruckmatratze das Umlagern?

Nein. Sie verlängert Intervalle und senkt den Druck, aber Bewegung bleibt die wirksamste Maßnahme. Bei Menschen, die sich noch selbst bewegen können, kann ein weiches System die Eigenbewegung sogar erschweren. Die Auswahl gehört deshalb fachlich begründet.

Was ist Mikrolagerung?

Kleine Positionsveränderungen mit Handtuchrollen oder Kissen, die die Auflagefläche verschieben, ohne den Menschen vollständig umzulagern. Sie eignet sich besonders nachts, weil sie den Schlaf weniger stört, und ergänzt das vollständige Umlagern, ersetzt es aber nicht.

Darf man gefährdete Stellen eincremen?

Milde Hautpflege ja, fettende Salben und Melkfett nein. Wichtiger als jede Creme ist, die Haut trocken zu halten und Druck zu vermeiden. Massagen, Eisen und Föhnen der gefährdeten Stelle gelten heute als schädlich und werden nicht mehr angewendet.

Wie werden die Fersen entlastet?

Frei lagern, nicht weich betten. Ein Kissen kommt unter die Wade, sodass die Ferse in der Luft hängt und das Knie leicht gebeugt bleibt. Eine Ferse, die auf einem weichen Kissen aufliegt, ist nicht entlastet, weil weiterhin Druck auf der Auflagefläche liegt.

Welche Rolle spielt die Ernährung?

Eine große. Eiweißmangel, zu wenig Kalorien und zu wenig Flüssigkeit machen die Haut anfällig und verhindern die Regeneration. Nach langer Intensivbehandlung besteht fast immer ein Defizit, das bei Sondenernährung durch ein eiweißreiches Produkt ausgeglichen werden kann.

Wer bezahlt Matratze und Lagerungshilfsmittel?

Die Krankenkasse als Hilfsmittel nach § 33 SGB V, verordnet auf Hilfsmittelrezept. Es gilt die Zuzahlung von zehn Prozent, mindestens fünf und höchstens zehn Euro je Hilfsmittel. Handschuhe und Bettschutz laufen als Pflegehilfsmittel zum Verbrauch über die Pflegekasse.

Muss der Pflegedienst die Prophylaxe dokumentieren?

Ja. Risikoeinschätzung, Bewegungsplan, Hautkontrollen und Anpassungen gehören in die Pflegedokumentation. Angehörige dürfen Einsicht nehmen. Im Streitfall ist diese Dokumentation der entscheidende Beleg dafür, dass die anerkannten Maßnahmen umgesetzt wurden.

Was ist der Unterschied zu einer Feuchtigkeitsdermatitis?

Eine inkontinenzassoziierte Dermatitis ist flächig, unscharf begrenzt und liegt nicht über einem Knochenvorsprung, ein Dekubitus dagegen schon. Die Verwechslung ist häufig und führt zur falschen Behandlung, weil hier Hautschutz und Kontinenzmanagement im Vordergrund stehen.

Hilft ein Ringkissen?

Nein. Ringkissen verlagern den Druck nur auf den Rand und behindern die Durchblutung im Zentrum. Sie gelten als überholt. Für den Sitzbereich gibt es geeignete Sitzkissen zur Druckverteilung, die entsprechend verordnet werden können.

Wie oft wird die Haut kontrolliert?

Bei Risikopatienten mindestens einmal täglich vollständig, an gefährdeten Stellen bei jeder Positionierung. Dazu gehören auch die Stellen unter Kanülenband, Beatmungsmaske, Schläuchen und Sensoren, weil dort Druckschäden besonders häufig übersehen werden.

Fazit

Dekubitusprophylaxe besteht aus fünf Dingen, die zusammengehören: Risiko einschätzen, Bewegung fördern und planen, das passende Matratzensystem einsetzen, Haut trocken und intakt halten, ausreichend Eiweiß und Flüssigkeit sicherstellen. Keine dieser Maßnahmen wirkt allein. Wer den Bewegungsplan an der Haut überprüft statt an der Uhr und die Kontrollen aufschreibt, hat die Prophylaxe im Griff und merkt rechtzeitig, wenn etwas nicht mehr passt.

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