Dieser Beitrag dient der allgemeinen Orientierung und ersetzt keine ärztliche, pflegefachliche oder rechtliche Beratung. In Notfällen wählen Sie 112.
Eine Ernährungspumpe gibt Sondennahrung gleichmäßig mit einer eingestellten Laufrate über ein Überleitsystem in die Sonde ab. Sie wird eingesetzt, wenn Schwerkraft oder Spritze nicht ausreichen oder nicht verträglich sind, etwa bei langsamer Magenentleerung, Aspirationsrisiko, Gabe in den Dünndarm oder Nachtgabe. Ob eine Pumpe nötig ist und welche Laufrate gilt, legt das behandelnde Team fest. Welche Nahrung in die Sonde gehört, erklärt der Beitrag zur Sondennahrung.
Dieser Ratgeber richtet sich an Angehörige von Menschen mit Sondenernährung zu Hause. Er beschreibt die drei Gabeformen, den Aufbau mit ENFit-Anschluss, die Bedienung, Alarme, die mobile Gabe, die Verordnung als Hilfsmittel der Krankenkasse und die Reinigung. Die Pflege der Sondenaustrittsstelle behandelt der Ratgeber zur PEG-Sonde zu Hause.
Schwerkraft, Bolus oder Pumpe: wann eine Pumpe nötig ist
Für die Gabe von Sondennahrung gibt es drei Verfahren: die Bolusgabe mit Spritze, die Schwerkraftgabe über ein Überleitsystem mit Tropfkammer und die Gabe mit Pumpe. Welches Verfahren gilt, hängt von Sondenart, Sondenlage, Verträglichkeit und Schluckstörung ab und wird ärztlich festgelegt.
Die drei Verfahren im Vergleich
| Verfahren | Prinzip | Typische Situation |
|---|---|---|
| Bolus (Spritze) | Portionen werden mit einer Spritze langsam in die Sonde gegeben | Magensonde oder PEG, wenn der Magen die Portionen verträgt |
| Schwerkraft | Nahrung fließt aus dem Beutel oder der Flasche über eine Tropfkammer; die Rollklemme steuert die Geschwindigkeit | Magenzugang, wenn eine gleichmäßige Gabe ohne Gerät ausreicht |
| Pumpe | Eine Förderpumpe gibt die Nahrung mit eingestellter Laufrate ab | Dünndarmsonde, langsame Magenentleerung, Aspirationsrisiko, Nachtgabe, genau dosierte Gabe |
Die DGEM-Grundlagenleitlinie beschreibt, dass eine kontinuierliche Pumpenernährung das Aspirationsrisiko senken kann. Die Gründe, warum Aspiration bei Sondenernährung vermieden werden muss und welche Lagerung gilt, stehen im Beitrag zur Aspirationsprophylaxe.
Wann ein Team zur Pumpe rät
- Die Sonde liegt im Dünndarm (Jejunum). Hier ist eine gleichmäßige, langsame Zufuhr wichtig; Boli werden dort schlecht vertragen
- Der Magen entleert sich verzögert, es kommt zu Völlegefühl, Übelkeit oder Erbrechen
- Es besteht ein erhöhtes Aspirationsrisiko, etwa bei Schluckstörung, geschwächtem Husten oder Beatmung
- Die Nahrung soll über einen Zeitraum von Stunden oder über Nacht gegeben werden
- Die Menge pro Stunde muss genau eingehalten werden
Die Entscheidung trifft das Team aus Arzt, Ernährungsfachkraft und Pflege. Ändern Sie als Angehöriger weder das Verfahren noch die Laufrate eigenmächtig. Wie Magensonden und ihre Zugänge unterschieden werden, erklärt der Beitrag zur Magensonde.
Für die Entscheidung zählt auch der Alltag. Eine Pumpe erleichtert es, Mahlzeiten zu planen, Therapiezeiten freizuhalten und nachts durchzuschlafen. Sie bedeutet aber mehr Technik, mehr Zubehör und mehr Hygieneaufwand. Familien sollten vor der Entscheidung mit dem Team besprechen, wer die Pumpe bedient, wer bei Störungen erreichbar ist und welche Reserven vorhanden sind.
Die Gabe über Schwerkraft ist technisch einfach und kommt ohne Strom aus, lässt sich aber schlechter exakt dosieren, weil Höhe des Beutels, Füllstand und Nahrungsviskosität die Tropfgeschwindigkeit verändern. Eine Pumpe hält die Rate konstant und alarmiert bei Störungen. Der Bolus ist schnell, belastet den Magen jedoch stärker und eignet sich daher nicht für jeden. Manche Menschen erhalten tagsüber Boli und nachts eine Pumpengabe; auch solche Kombinationen legt das Team fest.
Aufbau: Pumpe, Überleitsystem und ENFit-Anschluss
Ein Pumpensystem besteht aus der Pumpe, einem Überleitsystem als Einmalartikel, dem Nahrungsbehälter und dem Anschluss an die Sonde. Das Überleitsystem verbindet den Behälter über die Pumpe mit der Sonde. Es wird in die Pumpe eingelegt, die den Schlauch mechanisch weiterbewegt und so die Nahrung fördert.
Bestandteile des Überleitsystems
- Spike oder Anschluss für Beutel oder Flasche beziehungsweise ein integrierter Leerbehälter, in den die Nahrung gefüllt wird
- Tropfkammer, in der sich der Nahrungsfluss beobachten lässt
- Schlauch mit Rollklemme und Pumpensegment, das in die Pumpe eingelegt wird
- Sondenanschluss am Ende, heute als ENFit-Konnektor
ENFit: der genormte Anschluss
ENFit ist die Bezeichnung für den enteralen Konnektor nach ISO 80369-3. Die Norm soll Fehlverbindungen verhindern: Enterale Systeme passen mechanisch nicht mehr an Zugänge für Infusionen, etwa Luer-Anschlüsse. Das schützt davor, Nahrung aus Versehen in eine Vene zu geben. Ältere Sonden und Zubehör mit anderem Anschluss sind nicht ohne Adapter kompatibel; welche Kombination passt, klärt der Versorger.
Verwenden Sie nur Überleitsysteme, die zur Pumpe und zum Anschluss der Sonde passen. Nicht jedes Überleitsystem passt zu jeder Pumpe. Adapter oder selbst gebastelte Verbindungen gehören nicht in die Hand von Angehörigen.
Bedienung und Laufrate
Pumpen werden meist über wenige Tasten und ein Display bedient. Je nach Gerät lassen sich Laufrate, Zielmenge, Spülintervalle und Alarmlautstärke einstellen. Manche Geräte sperren Einstellungen mit einer Tastensperre, damit sie nicht versehentlich verstellt werden. Wie sich das Gerät verhält, wenn der Strom ausfällt, steht in der Bedienungsanleitung; ein geladener Akku ist Pflicht.
Die Laufrate gibt an, wie viel Nahrung pro Stunde gefördert wird, üblicherweise in Millilitern pro Stunde. Sie wird vom Team festgelegt und an der Pumpe eingestellt. Ebenso eingestellt werden häufig die Gesamtmenge, die gegeben werden soll, und das Spülvolumen.
Ablauf einer Gabe
- Hände waschen oder desinfizieren, Arbeitsfläche vorbereiten
- Position herstellen: Oberkörper erhöht, wie vom Team vorgegeben
- Überleitsystem anschließen, Nahrung einfüllen, Schlauch füllen und in die Pumpe einlegen
- Laufrate und Menge gemäß Verordnung einstellen und prüfen
- Mit der Sonde verbinden, erst dann starten
- Während der Gabe beobachten: Atmung, Hautfarbe, Bauch, Unruhe
- Nach der Gabe spülen, wie vom Team angeordnet, und Position beibehalten
Welche Spülmenge, welches Wasser und welche Medikamente zu welchem Zeitpunkt gehören, ist ärztlich verordnet. Lassen Sie sich die Bedienung von der Fachkraft oder dem Versorger am Gerät zeigen und üben Sie unter Anleitung.
Alarme und typische Fehler
Eine Pumpe meldet Störungen mit optischen und akustischen Alarmen. Die genauen Bezeichnungen unterscheiden sich je nach Gerät; die Bedienungsanleitung ist maßgeblich. Typische Alarmgründe sind immer dieselben, und die Reaktion folgt immer demselben Prinzip: Gabe stoppen, Ursache suchen, bei Unklarheit das Team anrufen.
Häufige Alarme
- Verschluss (Okklusion): Der Schlauch ist abgeknickt, die Rollklemme ist zu, die Sonde ist verstopft oder der Anschluss sitzt nicht
- Leerer Behälter: Nahrung ist aufgebraucht oder der Behälter wurde nicht richtig entlüftet
- Überleitsystem nicht richtig eingelegt oder falscher Typ
- Akku schwach oder Stromversorgung unterbrochen
- Eingestellte Menge erreicht: Die Gabe ist abgeschlossen
Typische Fehler im Alltag
- Das Überleitsystem wird mit einem anderen Pumpentyp verwendet und fördert falsch
- Die Rollklemme bleibt geschlossen, die Pumpe alarmiert
- Die Sonde ist durch Nahrungsreste oder zerdrückte Tabletten verstopft
- Die Laufrate wird zu hoch eingestellt, weil es schneller gehen soll
- Der Oberkörper liegt flach, besonders nachts
Verstopfungen lassen sich oft vermeiden. Nach jeder Gabe und nach Medikamenten wird die Sonde wie angeordnet gespült, und Nahrung, die nicht fließt, wird nicht mit Druck in die Sonde gedrückt. Hartnäckige Verstopfungen löst das Team; Draht, Messer oder Ähnliches haben in einer Sonde nichts zu suchen.
Husten, Atemnot, Würgen, Erbrechen oder Bauchschmerzen während der Gabe sind keine Pumpenalarme, sondern Warnzeichen: sofort stoppen und das Team informieren. Bei Atemnot wählen Sie die 112. Die Erste Hilfe bei Verschlucken steht im Beitrag zur Aspirationsprophylaxe.
Pumpen sind Medizinprodukte. Bedienung, Reinigung und Aufbewahrung folgen der Gebrauchsanweisung des Herstellers. Störungen melden Sie dem Versorger, der das Gerät bei Defekt wartet oder austauscht. Sie reparieren oder öffnen die Pumpe nicht selbst.
Nachtgabe und mobile Gabe mit Rucksack
Viele Pumpen werden über Nacht betrieben, damit tagsüber Zeit für Therapie und Alltag bleibt, oder sie laufen mobil im Rucksack, damit Betroffene ihr Zuhause verlassen können. Ob beides infrage kommt, entscheidet das Team nach Verträglichkeit und Aspirationsrisiko.
Nachtgabe
Bei Nachtgabe bleibt der Oberkörper die ganze Zeit erhöht, wie vom Team vorgegeben. Die Alarmlautstärke wird so gewählt, dass der Alarm im Haus hörbar ist. In der 1:1-Versorgung beobachten Fachkräfte die Gabe; bei Versorgung ohne nächtliche Fachkraft muss geklärt sein, wer auf Alarme reagiert.
Mobile Pumpe im Rucksack
Mobile Pumpen arbeiten mit Akku und können in einer Tasche oder einem Rucksack getragen werden. Dazu gehören ein geladener Akku, ein Ersatz-Überleitsystem, Spülflüssigkeit und eine Kontaktnummer des Versorgers. Der Rucksack wird so getragen, dass die Sonde nicht zieht und der Schlauch nicht abknickt. Wer unterwegs ist, hält den Oberkörper während der Gabe aufrecht, soweit das Team es vorgibt.
Verordnung als Hilfsmittel: Zuzahlung und Versorger
Die Ernährungspumpe ist ein Hilfsmittel der gesetzlichen Krankenversicherung nach § 33 SGB V und wird ärztlich verordnet. Im Hilfsmittelverzeichnis des GKV-Spitzenverbandes gehören Ernährungspumpen zur Produktgruppe 03 „Applikationshilfen“. Die Versorgung übernimmt in der Regel ein Homecare-Versorger oder ein Sanitätshaus mit Vertrag mit der Krankenkasse. Der Versorger liefert Gerät und Zubehör, weist ein und betreut technisch.
Die allgemeinen Regeln zu Anspruch, Antrag und Ablehnung stehen im Beitrag zu den Hilfsmitteln der Krankenkasse. Eine Übersicht zu weiteren Geräten bei Beatmung und Tracheostoma bietet der Beitrag zu Hilfsmitteln bei Beatmung und Tracheostoma.
Ablauf der Verordnung
- Ärztliche Verordnung der Pumpe und des Zubehörs, in der Regel durch Hausarzt, Facharzt oder Klinik im Entlassmanagement
- Der Versorger prüft, ob eine Genehmigung der Krankenkasse nötig ist, und stellt den Antrag oder reicht die Verordnung ein
- Lieferung, Einweisung und Übergabe des Geräts mit Bedienungsanleitung
- Laufende Belieferung mit Überleitsystemen und weiterem Verbrauchsmaterial
- Bei Ablehnung: schriftlichen Bescheid verlangen und Widerspruch bei der Krankenkasse erwägen
Wird ein Mensch aus der Klinik entlassen, sollte die Pumpe bei der Entlassung vorhanden sein. Fragen Sie den Sozialdienst der Klinik früh nach Verordnung und Versorger, damit am Entlassungstag keine Lücke entsteht.
Zuzahlung
| Art | Zuzahlung | Rechtsgrundlage |
|---|---|---|
| Hilfsmittel (zum Beispiel die Pumpe) | 10 % des Abgabepreises, mindestens 5 €, höchstens 10 €, nicht mehr als die Kosten | § 61 Satz 1 SGB V |
| Zum Verbrauch bestimmte Hilfsmittel | 10 %, höchstens 15 € für den gesamten Monatsbedarf | § 33 Abs. 8 SGB V |
Die Pumpe wird häufig leihweise zur Verfügung gestellt. Ob ein Teil des Zubehörs als zum Verbrauch bestimmt gilt, richtet sich nach dem Produkt; der Versorger nennt die Einstufung. Eine Übersicht aller Zuzahlungen und der Belastungsgrenze bietet der Beitrag zu Zuzahlungen, den Beantragungsweg für Pflegehilfsmittel die Seite Pflegehilfsmittel beantragen.
Wer verordnet, wer führt aus
Die Verordnung der Pumpe erfolgt ärztlich. Die Gabe selbst kann durch geschulte Angehörige oder Pflegefachkräfte erfolgen; ob sie im Rahmen von Behandlungspflege verordnet wird, hängt vom Einzelfall ab. Was Behandlungspflege umfasst, erklärt der Beitrag zur Behandlungspflege. Wer einen ambulanten Dienst für Sondengabe sucht, findet über die Vermittlung einen ambulanten Pflegedienst.
Planen Sie Reserven ein: ein zweites Überleitsystem, ausreichend Spülflüssigkeit und die Notfallnummer des Versorgers an gut sichtbarer Stelle. Fällt die Pumpe aus, entscheidet das Team, ob vorübergehend per Schwerkraft oder Bolus weitergegeben wird. Stellen Sie das nicht selbst um, sondern rufen Sie an.
Reinigung und Wechsel des Überleitsystems
Das Überleitsystem ist ein Einmalartikel für den begrenzten Gebrauch, der nach Herstellerangabe gewechselt wird. Wie lange er verwendet werden darf, steht in der Gebrauchsanweisung des Produkts und in den Vorgaben des Teams. Sondennahrung ist ein guter Nährboden für Keime, deshalb gelten strenge Hygieneregeln.
Die Pumpe wird am sichersten auf einem stabilen Ständer oder einer festen Fläche betrieben, nicht auf der Bettdecke. Kabel liegen so, dass niemand darüber stolpert. Kinder und Haustiere haben keinen Zugang zu Schläuchen und Gerät.
Hygiene im Alltag
- Vor jeder Handhabung Hände waschen oder desinfizieren
- Anschlussstellen nicht mit den Fingern berühren
- Nahrungsbehälter und Überleitsystem nach Herstellerangabe wechseln, nicht länger verwenden
- Nahrung nur in der vom Hersteller vorgegebenen Zeit am Gerät hängen lassen
- Die Pumpe außen mit einem feuchten Tuch reinigen, wie in der Anleitung beschrieben; nie in Wasser tauchen
- Ein benutztes Überleitsystem nicht wiederverwenden, wenn es als Einmalprodukt gekennzeichnet ist
Wechsel und Entsorgung
Beim Wechsel wird die Pumpe gestoppt, das Überleitsystem von der Sonde getrennt, der Sondenanschluss verschlossen und das neue System luftfrei gefüllt. Verbrauchte Systeme gehören in den Hausmüll, sofern der Versorger nichts anderes vorgibt. Haltbarkeit und Aufbewahrung geöffneter Nahrung richten sich nach der Herstellerangabe auf der Packung.
FAQ – Ernährungspumpe
Wann ist eine Ernährungspumpe nötig?
Eine Pumpe ist sinnvoll, wenn Spritze oder Schwerkraft nicht verträglich sind, etwa bei Dünndarmsonde, langsamer Magenentleerung, Aspirationsrisiko oder Nachtgabe. Das behandelnde Team entscheidet, ob die Pumpe verordnet wird und welche Laufrate gilt.
Was ist der Unterschied zwischen Bolus, Schwerkraft und Pumpe?
Beim Bolus wird Nahrung portionsweise mit einer Spritze gegeben. Bei der Schwerkraftgabe fließt sie über eine Tropfkammer und eine Rollklemme. Bei der Pumpe fördert ein Gerät sie mit eingestellter Laufrate. Welches Verfahren passt, bestimmt das Team.
Was bedeutet ENFit?
ENFit bezeichnet den genormten Anschluss für enterale Systeme nach ISO 80369-3. Er passt nicht an Luer-Zugänge für Infusionen und soll so Fehlverbindungen verhindern. Sonden, Spritzen und Überleitsysteme müssen zusammenpassen; der Versorger klärt Kompatibilität und Adapter.
Wer stellt die Laufrate ein?
Die Laufrate legt das behandelnde Team fest, sie wird an der Pumpe eingestellt. Angehörige ändern sie nicht eigenmächtig, auch wenn die Gabe schneller gehen soll. Eine zu hohe Rate kann Übelkeit, Erbrechen und Aspiration auslösen.
Was tun bei einem Okklusionsalarm?
Gabe stoppen und nachsehen: Schlauch abgeknickt, Rollklemme geschlossen, Anschluss locker, Sonde verstopft? Beheben Sie nur, was Sie sicher beheben können. Lässt sich die Ursache nicht finden oder ist die Sonde verstopft, rufen Sie das Team oder den Versorger an.
Darf die Pumpe nachts laufen?
Ja, wenn das Team es verordnet. Der Oberkörper bleibt während der Gabe erhöht, und jemand muss auf Alarme reagieren können. Ob eine Nachtgabe infrage kommt, hängt von Verträglichkeit und Aspirationsrisiko ab.
Kann man mit der Pumpe das Haus verlassen?
Mobile Pumpen laufen mit Akku und lassen sich in einem Rucksack tragen. Ob das für Sie passt, klärt das Team. Mitnehmen sollten Sie geladenen Akku, ein Ersatz-Überleitsystem, Spülflüssigkeit und die Nummer des Versorgers.
Zahlt die Krankenkasse die Ernährungspumpe?
Ja, bei ärztlicher Verordnung als Hilfsmittel nach § 33 SGB V, wenn die Voraussetzungen erfüllt sind. Ernährungspumpen gehören im Hilfsmittelverzeichnis zur Produktgruppe 03. Versicherte zahlen die gesetzliche Zuzahlung. Die Genehmigung läuft über die Kasse und den Versorger.
Wie hoch ist die Zuzahlung für die Pumpe?
Für Hilfsmittel betragen die Zuzahlungen 10 % des Abgabepreises, mindestens 5 € und höchstens 10 €, nach § 61 Satz 1 SGB V. Für zum Verbrauch bestimmte Hilfsmittel gelten 10 %, höchstens 15 € je Monatsbedarf (§ 33 Abs. 8 SGB V).
Wer liefert Pumpe und Zubehör?
Meist ein Homecare-Versorger oder ein Sanitätshaus mit Vertrag mit Ihrer Krankenkasse. Er liefert Pumpe und Überleitsysteme, weist in die Bedienung ein und ist bei Störungen erreichbar. Die Krankenkasse nennt vertragsberechtigte Versorger.
Wie oft wird das Überleitsystem gewechselt?
Nach Herstellerangabe und den Vorgaben des Teams. Wir nennen keine pauschale Zahl, weil Produkte und Nahrung sich unterscheiden. Die Gebrauchsanweisung des Überleitsystems ist maßgeblich. Benutzte Einmalprodukte werden nicht wiederverwendet.
Darf ich Medikamente über die Pumpe geben?
Nein, nicht ohne ärztliche Anweisung. Medikamente werden nach Verordnung und Anleitung getrennt von der Nahrung und mit Spülung gegeben. Zerdrückte Tabletten verstopfen leicht die Sonde. Klären Sie die Darreichungsform mit Arzt oder Apotheke.
Fazit
Die Ernährungspumpe macht Sondenernährung gleichmäßig und sicherer dosierbar, setzt aber passendes Überleitsystem, ENFit-kompatible Teile, Einweisung und Hygiene voraus. Verordnet wird sie als Hilfsmittel nach § 33 SGB V mit 10 % Zuzahlung von mindestens 5 und höchstens 10 €. Weitere Rechte bei Hilfsmitteln beschreibt der Beitrag zu den Hilfsmitteln der Krankenkasse, die Lagerung zur Vermeidung von Aspiration der Beitrag zur Aspirationsprophylaxe.


