Dieser Beitrag dient der allgemeinen Orientierung und ersetzt keine ärztliche, pflegefachliche oder rechtliche Beratung. In Notfällen wählen Sie 112.
Das Gehalt in der Intensivpflege hat keine einheitliche Zahl, sondern eine Spanne: Der Median für Fachkräfte in der Gesundheits- und Krankenpflege lag laut Statistischem Bundesamt im April 2024 bei 4.310 € brutto im Monat (Vollzeit, ohne Sonderzahlungen). Der TVöD-P der Kommunen nennt ab 1. Mai 2026 für die Entgeltgruppen P 7 bis P 9 Monatsentgelte zwischen 3.510,30 € und 4.662,42 €. Für die außerklinische Intensivpflege (AKI) gibt es keinen amtlichen Median, den wir belegen könnten. Welche Tariffragen dort gelten, ordnet der Beitrag über die Rahmenempfehlungen nach § 132l SGB V ein; die Qualifikation selbst beschreibt der Beitrag zur Fachkraft in der außerklinischen Intensivpflege.
Der Beitrag stellt die belegten Zahlen mit Stand und Quelle nebeneinander, erklärt, was Sie bei Tarifbindung und Zuschlägen im Vertrag prüfen sollten, und rechnet die steuerfreien Zuschläge nach § 3b EStG an einem erkennbar angenommenen Beispiel durch. Die Versorgungsform, in der Sie arbeiten, beschreibt der Ratgeber zur außerklinischen Intensivpflege. Konkrete Gehälter einzelner Arbeitgeber nennen wir nicht.
Intensivpflege Gehalt: belegte Spannen im Überblick
Belastbare Zahlen stammen aus drei Quellen: der amtlichen Verdienststatistik, den Tariftabellen und dem Vertrag, den Sie selbst unterschreiben. Gehaltsportale arbeiten mit Stellenanzeigen und Selbstauskünften, ihre Werte weichen je nach Anbieter stark voneinander ab; sie sind hier nicht verwendet. Die amtliche Statistik unterscheidet nicht zwischen Intensivstation, Normalstation und Pflegedienst. Sie bildet deshalb den Rahmen für die Fachkraft, nicht den Wert für eine Intensivstelle.
Das Statistische Bundesamt hat die Verdienste im April 2024 für Vollzeitbeschäftigte ausgewertet. Maßgeblich ist der Median, also der mittlere Verdienst: Die eine Hälfte verdient weniger, die andere mehr. Steuerpflichtige Sonderzahlungen wie Urlaubs- oder Weihnachtsgeld sind nicht enthalten.
| Gruppe (Vollzeit, April 2024) | Median brutto je Monat | Quelle und Stand |
|---|---|---|
| Fachkräfte Gesundheits- und Krankenpflege | 4.310 € | Destatis, Zahl der Woche Nr. 19, Stand 6. Mai 2025 |
| Fachkräfte Altenpflege | 4.228 € | Destatis, Zahl der Woche Nr. 19, Stand 6. Mai 2025 |
| Fachkräfte Gesamtwirtschaft (zum Vergleich) | 3.580 € | Destatis, Zahl der Woche Nr. 19, Stand 6. Mai 2025 |
Zwei Einschränkungen gehören dazu. Die Werte sind mehr als ein Jahr alt, und Tarifsteigerungen seit April 2024 sind nicht enthalten. Außerdem sagen sie nichts darüber, ob jemand im Schichtdienst auf der Intensivstation oder in der Tagesklinik arbeitet. Wer ein Angebot bewertet, vergleicht es deshalb mit der Tariftabelle, die für den Arbeitgeber gilt, und nicht mit einem einzelnen Portalwert.
Einen AKI-Median haben wir weder bei der Bundesagentur für Arbeit noch beim Statistischen Bundesamt gefunden, der sich am Schreibtag abrufen und belegen ließ. Deshalb steht hier keine Zahl für die 1:1-Versorgung zu Hause oder die Intensivpflege-WG. Wer Ihnen dafür einen exakten Durchschnitt nennt, nennt in der Regel einen Wert aus Stellenanzeigen.
TVöD-P als Messlatte: Entgeltgruppen P 7 bis P 9
Der TVöD-P ist der Tarif für Pflegekräfte im kommunalen Dienst und die am häufigsten genutzte Vergleichsgröße. Seit dem 1. Mai 2026 gilt eine Erhöhung um 2,8 Prozent; die Tabelle ist bis zum 31. März 2027 gültig. Die folgenden Beträge sind Monatsentgelte in Euro für Vollzeit, abgelesen aus der Entgelttabelle TVöD-P (kommunaler Bereich).
| Entgeltgruppe | Stufe 2 | Stufe 3 | Stufe 4 | Stufe 5 | Stufe 6 |
|---|---|---|---|---|---|
| P 7 | 3.510,30 € | 3.701,21 € | 3.998,33 € | 4.149,59 € | 4.305,40 € |
| P 8 | 3.701,21 € | 3.862,80 € | 4.075,58 € | 4.247,92 € | 4.488,98 € |
| P 9 | 3.992,39 € | 4.184,40 € | 4.312,38 € | 4.558,59 € | 4.662,42 € |
Die Stufen steigen mit der Berufserfahrung beim selben Arbeitgeber. Welche Laufzeiten bis zur nächsten Stufe gelten, regelt der Tarifvertrag; fragen Sie danach, wenn Sie von einem anderen Arbeitgeber wechseln, denn die Anerkennung früherer Zeiten wird im Einzelfall festgelegt.
Welche Entgeltgruppe passt zu welcher Qualifikation?
Nach der Entgeltordnung der VKA ist P 7 die Gruppe für Pflegekräfte mit mindestens dreijähriger Ausbildung und entsprechender Tätigkeit. P 8 erhalten Pflegekräfte, deren Tätigkeit sich erheblich durch besondere Schwierigkeit aus P 7 heraushebt, etwa in Spezialbereichen, für die eine Fachweiterbildung nach den DKG-Empfehlungen vorgesehen ist. P 9 setzt eine abgeschlossene Fachweiterbildung und eine entsprechende Tätigkeit voraus. Grundlage ist die Entgeltordnung VKA (Anlage 1 zum TVöD, Abschnitt XI „Beschäftigte in Gesundheitsberufen“); die geforderte Fachweiterbildung muss nach Protokollerklärung Nr. 6 eine Weiterbildung nach § 1 der DKG-Empfehlung vom 29. September 2015 in der jeweiligen Fassung oder eine gleichwertige sein. Ihr Arbeitgeber kann abweichende Tarife anwenden; prüfen Sie den Wortlaut in Ihrem Vertrag.
Für die Praxis heißt das: Eine Fachkraft ohne Fachweiterbildung auf einer Intensivstation liegt je nach Tätigkeit in P 7 oder P 8, eine Fachkrankenpflegerin oder ein Fachkrankenpfleger für Intensiv- und Anästhesiepflege in der Regel in P 9. Der Weg dorthin steht im Beitrag zur Ausbildung in der Intensivpflege. Die Zusatzqualifikation für die AKI, die die Rahmenempfehlungen verlangen, ist keine Fachweiterbildung im Sinne der DKG-Empfehlung; ob sie tariflich zu einer höheren Gruppe führt, entscheidet der jeweilige Tarifvertrag oder Ihr Arbeitgeber.
Wichtig für den Vergleich: Der TVöD-P gilt nur, wenn Ihr Arbeitgeber daran gebunden ist oder ihn im Arbeitsvertrag in Bezug nimmt. Daneben bestehen weitere Tarife und Arbeitsrechtsregelungen, etwa die der Länder (TV-L) oder kirchliche Regelungen. Deren Tabellen sind nicht Teil dieses Beitrags, weil wir sie am Schreibtag nicht geprüft haben.
Klinik und außerklinische Intensivpflege im Vergleich
Die Entlohnung unterscheidet sich weniger durch den Ort als durch den Arbeitgeber und dessen Tarifbindung. In der Klinik gilt häufig ein Tarifvertrag des öffentlichen Dienstes oder ein Haustarif. In der AKI sind die Arbeitgeber Pflegedienste und Einrichtungen mit unterschiedlicher Struktur, und die Vergütung der Leistung wird mit den Krankenkassen vereinbart. Die Gehaltsfrage ist dort also immer eine Frage nach dem konkreten Vertrag.
Versorgungsformen und Dienstmodell
In der 1:1-Intensivpflege betreut eine Fachkraft eine Patientin oder einen Patienten in der Schicht, meist im eigenen Haushalt. Die Rahmenempfehlungen verlangen für diese Einfachversorgung nach § 6 Abs. 3 die Versorgung durch nach § 4 oder § 5 qualifizierte Pflegefachkräfte. In einer Intensivpflege-WG arbeiten mehrere Fachkräfte im Team mit mehreren Bewohnerinnen und Bewohnern. Für Erwachsene orientieren sich die Vertragspartner beim Personalschlüssel an 1 Vollzeitkraft je 0,71 Versicherten (§ 6 Abs. 4).
Beides sind Dienstmodelle mit Nacht-, Wochenend- und Feiertagsdiensten. Das macht Zuschläge zu einem Gehaltsbestandteil, der den Unterschied zwischen zwei Angeboten mit gleichem Grundentgelt erklären kann. Wie hoch sie ausfallen, steht im Tarif oder im Vertrag, nicht im Versorgungsmodell.
Die Rahmenempfehlungen legen außerdem fest, dass die Versorgung grundsätzlich durch sozialversicherungspflichtige Pflegefachkräfte erfolgt und der Einsatz geringfügig Beschäftigter nicht mehr als 20 Prozent des Versorgungsumfangs betragen soll (§ 6 Abs. 2). Für Sie bedeutet das: Die Rahmenempfehlungen sehen sozialversicherungspflichtige Beschäftigung als Regelfall vor.
Tarifbindung in der AKI: § 132l SGB V und die Rahmenempfehlungen
Die Krankenkassen schließen nach § 132l Abs. 5 SGB V Verträge mit den Leistungserbringern der außerklinischen Intensivpflege. Das Gesetz enthält eine Regel für tarifgebundene Leistungserbringer: Bis zum 29. Juli 2028 darf die Krankenkasse Gehaltsanteile über der durchschnittlichen Veränderungsrate nach § 71 Abs. 3 SGB V nicht als unwirtschaftlich ablehnen, soweit die Überschreitung höchstens die Hälfte des Unterschieds zur tarifvertraglichen Vergütungssteigerung beträgt. Dasselbe gilt für Steigerungen nach kirchlichen Arbeitsrechtsregelungen. Auf Verlangen muss der Leistungserbringer nachweisen, dass die Beträge gezahlt werden.
Die Rahmenempfehlungen des GKV-Spitzenverbandes gehen in § 14 Abs. 4 weiter: Die Bezahlung bis zur Höhe tarifvertraglich vereinbarter Vergütungen und entsprechender kirchlicher Vergütungen kann nicht als unwirtschaftlich abgelehnt werden. Für eine Bezahlung darüber hinaus braucht es einen sachlichen Grund. Der Leistungserbringer muss die Bezahlung jederzeit einhalten und auf Verlangen nachweisen. In den Vergütungsverhandlungen legt er außerdem die anzuwendenden Tarifverträge oder bei Haustarifen eine rechtsverbindliche Erklärung des Trägers vor (§ 14 Abs. 10).
Das hat eine praktische Folge für Ihr Gespräch mit einem Arbeitgeber. Die Rahmenempfehlungen zwingen niemanden zu einem bestimmten Gehalt, aber sie schützen eine tarifliche Bezahlung in den Vergütungsverhandlungen vor dem Vorwurf der Unwirtschaftlichkeit. Fragen Sie deshalb konkret: Welcher Tarifvertrag oder welche Arbeitsrechtsregelung wird angewendet, oder gilt ein Haustarif, und in welche Gruppe und Stufe werde ich eingruppiert?
Für Pflegeeinrichtungen nach dem SGB XI, also nicht für die AKI nach SGB V, regelt § 82c SGB XI eine vergleichbare Wirtschaftlichkeitsregel für Personalaufwendungen. Für die Beurteilung eines AKI-Vertrags ist § 132l SGB V mit den Rahmenempfehlungen maßgeblich. Das gesamte Regelwerk beschreibt der Beitrag zum Intensivpflegegesetz (GKV-IPReG).
Zuschläge für Nacht-, Sonntags- und Feiertagsarbeit nach § 3b EStG
Zuschläge für Nacht-, Sonntags- und Feiertagsarbeit sind steuerfrei, soweit sie neben dem Grundlohn für tatsächlich geleistete Arbeit gezahlt werden und bestimmte Prozentsätze des Grundlohns nicht übersteigen. Das regelt § 3b Abs. 1 EStG. Welcher Zuschlag tatsächlich gezahlt wird, bestimmt Tarif oder Arbeitsvertrag; § 3b setzt nur die steuerfreie Obergrenze.
| Arbeitszeit | Steuerfrei bis zu (Prozent des Grundlohns) | Grundlage |
|---|---|---|
| Nachtarbeit (20 bis 6 Uhr) | 25 % | § 3b Abs. 1 Nr. 1, Abs. 2 Satz 2 EStG |
| Nachtarbeit von 0 bis 4 Uhr, wenn die Nachtarbeit vor 0 Uhr aufgenommen wurde | 40 % | § 3b Abs. 3 Nr. 1 EStG |
| Sonntagsarbeit | 50 % | § 3b Abs. 1 Nr. 2 EStG |
| Gesetzliche Feiertage und 31. Dezember ab 14 Uhr | 125 % | § 3b Abs. 1 Nr. 3 EStG |
| 24. Dezember ab 14 Uhr, 25. und 26. Dezember, 1. Mai | 150 % | § 3b Abs. 1 Nr. 4 EStG |
Als Grundlohn gilt der laufende Arbeitslohn für den Lohnzahlungszeitraum, umgerechnet auf eine Stunde, höchstens aber mit 50 € je Stunde (§ 3b Abs. 2 EStG). Wer mehr als 50 € Grundlohn je Stunde hat, rechnet für die Steuerfreiheit trotzdem nur mit 50 €. Für Pflegekräfte ist diese Grenze selten relevant.
Rechenbeispiel mit angenommenem Grundlohn
Das Beispiel nimmt einen Grundlohn von 25 € je Stunde an; die Zahl ist eine Annahme zur Veranschaulichung und kein Marktwert. Sie arbeiten einen Nachtdienst von 21 bis 6 Uhr. Von 21 bis 24 Uhr sind das 3 Stunden zu höchstens 25 Prozent (6,25 € je Stunde, zusammen 18,75 €). Von 0 bis 4 Uhr gelten 40 Prozent, weil die Nachtarbeit vor Mitternacht begann: 4 Stunden zu 10 € ergeben 40 €. Von 4 bis 6 Uhr sind es wieder 25 Prozent: 2 Stunden zu 6,25 € ergeben 12,50 €. Die steuerfreie Obergrenze für diesen Dienst liegt damit bei 71,25 €.
Bei acht solcher Dienste im Monat sind es höchstens 570 € steuerfreie Zuschläge. Zahlt der Tarif niedrigere Prozentsätze, sinkt der Betrag entsprechend. Zahlt der Arbeitgeber höhere, ist nur der Teil bis zur Obergrenze steuerfrei. Prüfen Sie, welche Prozentsätze Ihr Vertrag nennt, und ob sie als Zuschlag neben dem Grundlohn ausgewiesen sind. Ein pauschales Gehalt mit der Formulierung „inklusive Zuschläge“ lässt sich nicht nach § 3b prüfen.
Fachweiterbildung, Zusatzqualifikation und Netto
Drei Dinge verändern das Entgelt spürbar: die Eingruppierung, die Stufe und die Zuschläge. Die Fachweiterbildung Intensiv- und Anästhesiepflege wirkt im TVöD-P über die Eingruppierung (P 9). Die Zusatzqualifikation „Pflegefachkraft für außerklinische Beatmung“ mit mindestens 120 Zeitstunden ist nach § 5 der Rahmenempfehlungen eine Bedingung für den Einsatz bei beatmeten und trachealkanülierten Versicherten, sofern Sie nicht Atmungstherapeutin, Fachpfleger oder mit einem Jahr einschlägiger Berufserfahrung nachgewiesen sind. Inhalte und Umfang erläutert der Beitrag zur Qualifikation der Fachkraft. Ob der Arbeitgeber dafür eine Zulage zahlt, regelt der Vertrag.
Zum Netto nennen wir keine Zahl. Es hängt von Steuerklasse, Kinderfreibeträgen, Kirchensteuer, dem Zusatzbeitrag Ihrer Krankenkasse und dem Wohnort ab. Eine seriöse Annahme braucht Ihre Lohnsteuerdaten. Rechnen Sie mit dem Lohnsteuerrechner des Bundesfinanzministeriums oder lassen Sie sich die Brutto-Netto-Abrechnung des Arbeitgebers für ein Beispielmonat zeigen. Steuerfreie Zuschläge erhöhen das Netto stärker als steuerpflichtige Zulagen gleicher Höhe.
Was Sie vor der Unterschrift prüfen
Lassen Sie sich schriftlich bestätigen: Tarifvertrag oder Haustarif mit Gruppe und Stufe, Wochenarbeitszeit, Höhe und Art der Zuschläge, Regelung zum Einspringen und zu Rufbereitschaft sowie die Kosten und Freistellung für nötige Fortbildungen. Die Rahmenempfehlungen verlangen von Leistungserbringern jährlich mindestens 16 Stunden Fortbildung (§ 10 Abs. 12); ob diese in Ihrer Arbeitszeit liegen, sollte im Vertrag stehen. Bei Fragen zu Befristung, Probezeit und Kündigung hilft der Überblick zum Arbeitsrecht in der Pflege.
Wenn Sie als Fachkraft Einsatzmöglichkeiten in der außerklinischen Intensivpflege prüfen, erreichen Sie uns über Kontakt und Bewerbung. Welche Versorgungen angefragt werden, zeigt die Seite Intensivpflegekräfte finden. Gehälter nennen wir nicht pauschal, weil Konditionen im Vertrag des jeweiligen Arbeitgebers stehen.
FAQ – Intensivpflege Gehalt
Wie viel verdient eine Pflegefachkraft in der Intensivpflege?
Einen einzigen belegbaren Wert gibt es nicht. Fachkräfte in der Gesundheits- und Krankenpflege lagen im April 2024 laut Destatis im Median bei 4.310 € brutto (Vollzeit, ohne Sonderzahlungen). Der TVöD-P nennt seit 1. Mai 2026 für P 7 bis P 9 zwischen 3.510,30 € und 4.662,42 €. Ihr Vertrag entscheidet.
Verdient man in der außerklinischen Intensivpflege mehr als in der Klinik?
Das lässt sich pauschal nicht belegen. Es gibt keinen amtlichen AKI-Median. Entscheidend sind Tarifbindung, Eingruppierung, Stufe und Zuschläge des einzelnen Arbeitgebers. Vergleichen Sie Angebote deshalb Position für Position: Gruppe, Stufe, Wochenstunden und Zuschlagssätze, statt nur das Bruttomonatsgehalt gegenüberzustellen.
Welche Entgeltgruppe gilt im TVöD-P für Intensivpflege?
Pflegefachkräfte mit dreijähriger Ausbildung gehören nach der Entgeltordnung VKA in P 7. P 8 gilt für besonders schwierige Tätigkeiten, P 9 setzt eine abgeschlossene Fachweiterbildung nach DKG-Empfehlung voraus. Maßgeblich ist der aktuelle Wortlaut der Entgeltordnung Ihres Arbeitgebers.
Was verdient eine Fachkrankenpflegerin für Intensiv- und Anästhesiepflege?
Im TVöD-P (kommunal, gültig ab 1. Mai 2026) liegt P 9 je nach Stufe zwischen 3.992,39 € und 4.662,42 € brutto im Monat. Dazu kommen Zuschläge und Zulagen nach Tarif. Außerhalb des TVöD gelten die Tabellen des jeweiligen Tarifs oder Vertrags.
Gilt in der AKI ein Tarifvertrag?
Nur wenn der Arbeitgeber tarifgebunden ist oder einen Tarif im Vertrag in Bezug nimmt. § 132l Abs. 5 SGB V und § 14 Abs. 4 der Rahmenempfehlungen schützen tarifliche Bezahlung in den Vergütungsverhandlungen vor dem Vorwurf der Unwirtschaftlichkeit, schreiben aber keinen Tarif vor.
Welche Zuschläge sind steuerfrei?
Zuschläge für tatsächlich geleistete Nacht-, Sonntags- und Feiertagsarbeit, soweit sie neben dem Grundlohn gezahlt werden und die Grenzen des § 3b EStG nicht übersteigen: 25 % nachts, 40 % von 0 bis 4 Uhr bei Beginn vor Mitternacht, 50 % sonntags, 125 % und 150 % an Feiertagen.
Wie hoch ist der Nachtzuschlag in der Pflege?
Das steht in Tarif oder Arbeitsvertrag. Steuerfrei ist er nach § 3b EStG bis zu 25 Prozent des Grundlohns, zwischen 0 und 4 Uhr bis zu 40 Prozent, wenn die Nachtarbeit vor Mitternacht begann. Höhere Zuschläge sind möglich, aber nur bis zur Obergrenze steuerfrei.
Wie viel Netto bleibt von meinem Bruttogehalt?
Das hängt von Steuerklasse, Freibeträgen, Kirchensteuer und Zusatzbeitrag der Krankenkasse ab. Eine feste Zahl wäre eine Annahme ohne Beleg. Nutzen Sie den Lohnsteuerrechner des Bundesfinanzministeriums oder die Probeabrechnung Ihres Arbeitgebers für ein Beispielmonat.
Bringt die Zusatzqualifikation für Beatmung mehr Gehalt?
Sie ist nach den Rahmenempfehlungen für viele Fachkräfte Voraussetzung für den Einsatz bei beatmeten Versicherten. Ob dafür eine Zulage oder eine höhere Stufe gezahlt wird, regelt der Vertrag. Eine allgemeine Zahlungspflicht ergibt sich daraus nicht.
Wo finde ich die aktuelle TVöD-P-Tabelle?
Die Tariftabellen veröffentlichen die Tarifparteien und Portale des öffentlichen Dienstes. Achten Sie auf Gültigkeitszeitraum und Tarifbereich: Die hier genannte Tabelle gilt für den kommunalen Bereich vom 1. Mai 2026 bis 31. März 2027.
Gelten die TVöD-Zahlen auch für private Arbeitgeber?
Nur, wenn der Arbeitgeber den TVöD im Vertrag vereinbart. Sonst gelten sie als Vergleichsmaßstab, nicht als Anspruch. Privatrechtliche Arbeitgeber können einen eigenen Tarif, kirchliche Regelungen oder individuelle Vergütung anwenden.
Was sollte im Arbeitsvertrag zur Vergütung stehen?
Gruppe und Stufe oder Stundenlohn, Wochenarbeitszeit, Art und Höhe der Zuschläge, Regelungen zu Rufbereitschaft und Einspringen, Sonderzahlungen sowie Fortbildung und Freistellung. Lassen Sie mündliche Zusagen schriftlich festhalten.
Fazit
Das Gehalt in der Intensivpflege lässt sich über Tariftabelle, Eingruppierung und Zuschläge belegen, nicht über einen Einheitswert: Der Destatis-Median für Fachkräfte in der Krankenpflege lag im April 2024 bei 4.310 € brutto, der TVöD-P reicht in P 7 bis P 9 von 3.510,30 € bis 4.662,42 €. Für die AKI fehlt ein belegter Median. Prüfen Sie im Angebot Tarifbindung, Gruppe, Stufe und Zuschlagssätze und lesen Sie den Weg zur Qualifikation im Beitrag zur Ausbildung; die Aufgaben der Fachkraft stehen im Ratgeber zur AKI.
Quellen und Rechtsgrundlagen
- Statistisches Bundesamt: Bruttomonatsverdienste in Gesundheits- und Pflegeberufen (Zahl der Woche Nr. 19, Stand Mai 2025)
- Entgelttabelle TVöD-P, gültig 1. Mai 2026 bis 31. März 2027
- § 3b EStG: Steuerfreiheit von Zuschlägen für Sonntags-, Feiertags- oder Nachtarbeit
- § 132l SGB V: Rahmenempfehlungen und Verträge zur außerklinischen Intensivpflege
- GKV-Spitzenverband: Rahmenempfehlungen nach § 132l Abs. 1 SGB V (i. d. F. vom 13.04.2026)
- § 82c SGB XI: Wirtschaftlichkeit von Personalaufwendungen


