Dieser Beitrag erklärt, was bei der Versorgung zu Hause üblich ist, und ersetzt keine medizinische Beratung. Handgriffe an Sonde, Kanüle oder Katheter führen Sie nur nach persönlicher Einweisung durch die behandelnde Ärztin, den behandelnden Arzt oder eine Pflegefachkraft aus. Verbindlich sind immer die ärztliche Anordnung und die Gebrauchsanweisung des Herstellers. Bei Fieber, starken Schmerzen, Blutung oder Atemnot wählen Sie die 112.
Ein Dekubitus entsteht dort, wo Druck die Durchblutung der Haut unterbricht, und er entsteht schnell. Bei einem Menschen, der beatmet wird, sediert ist oder sich nach Wochen auf der Intensivstation kaum bewegen kann, reichen wenige Stunden ohne Entlastung. Was danach folgt, dauert Monate.
Für Angehörige zu Hause ist die wichtigste Fähigkeit, einen beginnenden Dekubitus zu erkennen, solange er noch reversibel ist. Zwischen Grad 1 und Grad 4 liegen wenige Tage und ein völlig anderer Verlauf. Dieser Beitrag erklärt die Grade, die typischen Stellen bei beatmeten Menschen und den Fingertest, mit dem sich in Sekunden klären lässt, ob es ernst ist. Wie sich das Ganze verhindern lässt, steht im Beitrag zur Dekubitusprophylaxe zu Hause.
Wie ein Dekubitus entsteht
Auslöser ist Druck von außen, der höher ist als der Druck in den kleinen Blutgefäßen der Haut. Das Gewebe wird nicht mehr durchblutet, bekommt keinen Sauerstoff und stirbt ab. Entscheidend ist dabei nicht nur die Höhe des Drucks, sondern seine Dauer: Hoher Druck über kurze Zeit ist weniger gefährlich als mäßiger Druck über Stunden.
Dazu kommen Scherkräfte. Sie entstehen, wenn ein Mensch im Bett nach unten rutscht, während die Haut auf dem Laken haften bleibt. Dann verschieben sich Hautschichten gegeneinander und Gefäße knicken ab. Genau deshalb ist eine zu stark erhöhte Oberkörperlage über Stunden riskant, auch wenn sie bei invasiver Beatmung zu Hause zum Schutz vor Aspiration nötig ist. Feuchtigkeit durch Schwitzen, Urin oder Sekret weicht die Haut zusätzlich auf und senkt die Schwelle.
Wer besonders gefährdet ist
- Menschen mit stark eingeschränkter Eigenbewegung, unter Sedierung oder bei Bewusstseinsstörung.
- Beatmete Patienten mit dauerhaft erhöhtem Oberkörper und begrenzten Lagerungsmöglichkeiten.
- Untergewichtige Menschen mit wenig Fettpolster über den Knochenvorsprüngen.
- Menschen mit Diabetes, arterieller Verschlusskrankheit oder Herzschwäche wegen der schlechteren Durchblutung.
- Patienten mit Fieber, starkem Schwitzen oder Inkontinenz.
- Menschen mit Eiweißmangel nach langer Intensivbehandlung, bei denen die Haut nicht mehr regeneriert.
Die Grade 1 bis 4 im Einzelnen
Die Einteilung folgt international dem System von EPUAP und NPIAP und beschreibt, wie tief die Schädigung reicht. Sie ist keine Verlaufsskala: Ein Grad 4 heilt nicht rückwärts über Grad 3 und 2 ab, sondern füllt sich mit Granulationsgewebe. Deshalb wird ein abheilender Dekubitus nie zurückgestuft, sondern als abheilender Grad 4 dokumentiert.
| Grad | Was zu sehen ist | Was betroffen ist | Was das bedeutet |
|---|---|---|---|
| Grad 1 | Rötung, die auf Fingerdruck nicht verblasst, Haut intakt | Oberhaut, Durchblutung gestört | Umgehend vollständig entlasten, dann meist reversibel |
| Grad 2 | Blase, offene Stelle, oberflächliche Wunde | Oberhaut und Lederhaut | Wundversorgung nötig, Heilung in Wochen möglich |
| Grad 3 | Tiefe Wunde, Fettgewebe sichtbar, oft Taschenbildung | alle Hautschichten bis zur Faszie | Fachliche Wundbehandlung, Heilung dauert Monate |
| Grad 4 | Knochen, Sehne oder Muskel sichtbar oder tastbar | Gewebe bis auf den Knochen | Hohes Risiko für Knochenentzündung und Sepsis, oft operativ |
| Nicht klassifizierbar | Wunde von Belag oder Schorf bedeckt | Tiefe nicht beurteilbar | Erst nach Abtragung des Belags einstufbar |
| Tiefe Gewebeschädigung | violette oder dunkelrote Verfärbung unter intakter Haut | tiefe Schichten | Kann sich innerhalb von Tagen zu Grad 3 oder 4 öffnen |
Der Fingertest entscheidet bei Grad 1
Auf die gerötete Stelle wird mit dem Finger für einige Sekunden Druck ausgeübt. Wird die Haut darunter kurz weiß und rötet sich nach dem Loslassen wieder, ist die Durchblutung intakt und es handelt sich um eine harmlose Rötung. Bleibt die Stelle rot, ist sie nicht mehr wegdrückbar, und das ist ein Dekubitus Grad 1. Bei dunkler Haut funktioniert der Test schlechter; dort zählen Vergleich zur Umgebung, Überwärmung, Verhärtung und Schmerz.
Grad 1 ist der einzige Grad, bei dem sich mit sofortiger, vollständiger Druckentlastung meist alles zurückbildet. Genau deshalb ist die tägliche Hautkontrolle keine Fleißaufgabe, sondern der wirksamste Einzelschritt in der ganzen Versorgung. Was in dieser Phase nicht gesehen wird, ist zwei Tage später eine offene Wunde.
Wo ein Dekubitus bei beatmeten Menschen entsteht
Die klassischen Stellen sind die Knochenvorsprünge: Kreuzbein, Steißbein, Fersen, Sitzbeinhöcker, Rollhügel an der Hüfte, Schulterblätter und Hinterkopf. Bei erhöhtem Oberkörper verschiebt sich die Last auf Kreuzbein und Fersen, und genau dort entstehen die meisten Wunden in der häuslichen Intensivpflege.
Dazu kommen Stellen, die mit Medizinprodukten zu tun haben und im Alltag übersehen werden. Diese geräteassoziierten Druckschäden machen einen erheblichen Teil der Fälle bei beatmeten Menschen aus, weil niemand unter dem Material nachschaut.
- Unter dem Halteband der Trachealkanüle: am Nacken und seitlich am Hals.
- Unter dem Kanülenschild: an der Vorderseite des Halses, oft unter der Schlitzkompresse.
- Am Nasenrücken und an den Wangen: durch die Maske bei NIV-Beatmung.
- Hinter den Ohren: durch Sauerstoffbrille oder Schlauchführung.
- An der Nase: durch eine liegende Magensonde.
- An Fingern und Ohrläppchen: durch dauerhaft gleich platzierte Sensoren zur Überwachung der Sättigung.
Die Konsequenz ist einfach: Bei jedem Verbandwechsel und bei jedem Materialwechsel wird die Haut darunter angesehen, und die Auflagepunkte von Bändern, Schläuchen und Sensoren werden regelmäßig versetzt. Das kostet Sekunden und verhindert Wunden, die über Monate behandelt werden müssen.
Ferse und Sitzbereich: die zwei Sonderfälle
Die Ferse hat kaum Fettgewebe und eine schlechte Durchblutung, deshalb entsteht dort ein Schaden früh und heilt spät. Sie wird nicht weich gebettet, sondern frei gelagert: Das Kissen liegt unter der Wade, die Ferse hängt in der Luft, das Knie bleibt leicht gebeugt. Eine Ferse, die auf einem noch so weichen Kissen aufliegt, ist nicht entlastet.
Der Sitzbereich ist der zweite Sonderfall. Im Rollstuhl oder im Sessel lastet das gesamte Gewicht auf den Sitzbeinhöckern, auf einer kleinen Fläche und mit hohem Druck. Wer tagsüber längere Zeit sitzt, braucht ein geeignetes Sitzkissen und Entlastung im festen Rhythmus, etwa durch kurzes Anheben oder Gewichtsverlagerung alle 15 bis 30 Minuten. Genau dieser Punkt geht unter, wenn die Aufmerksamkeit ausschließlich auf dem Bett liegt.
Was bei Verdacht sofort zu tun ist
Die erste Maßnahme ist immer die vollständige Druckentlastung der betroffenen Stelle, nicht die Auswahl einer Salbe. Solange weiter Druck auf der Wunde liegt, heilt keine Auflage der Welt. Bei einem Dekubitus am Kreuzbein heißt das konsequente Seitenlagerung, bei einer Ferse das freie Lagern der Ferse, nicht das Unterlegen eines Kissens unter die Wade allein.
- Stelle sofort und vollständig entlasten, betroffene Position bis auf Weiteres meiden.
- Befund dokumentieren: Datum, Ort, Größe in Zentimetern, Grad, Foto mit Maßstab, wenn möglich.
- Pflegedienst und Praxis am selben Tag informieren, bei offener Wunde ärztliche Vorstellung.
- Bei Grad 2 und höher Wundversorgung nur nach ärztlicher Anordnung und mit geeignetem Material.
- Auf Infektzeichen achten: Rötung im Umfeld, Überwärmung, Geruch, Fieber, Verschlechterung des Allgemeinzustands.
- Ernährung prüfen lassen: Ohne ausreichend Eiweiß und Flüssigkeit heilt keine Wunde.
Was nicht mehr gemacht wird
Eine Reihe von Hausmitteln aus früheren Jahrzehnten gilt heute als schädlich: Eisen und Föhnen, Massagen der geröteten Stelle, Melkfett, Zinkpaste auf offenen Wunden, Ringkissen. Sie verschlechtern die Durchblutung oder verlagern den Druck nur auf einen anderen Punkt. Wenn Sie solche Empfehlungen hören, halten Sie Rücksprache, bevor Sie sie umsetzen.
Wie ein Dekubitus heilt und wie lange es dauert
Eine offene Wunde durchläuft drei Phasen. In der Reinigungsphase löst der Körper abgestorbenes Gewebe ab, die Wunde nässt und sieht oft schlechter aus als vorher. In der Granulationsphase füllt sich der Defekt von unten mit rotem, körnigem Gewebe. In der Epithelisierungsphase schließt sich die Oberfläche vom Rand her. Jede Phase braucht eine andere Auflage, weshalb ein Wundverband nicht wochenlang derselbe bleibt.
Realistische Zeiträume: Grad 2 heilt bei konsequenter Entlastung in Wochen, Grad 3 in Monaten, Grad 4 oft erst nach einem halben Jahr oder gar nicht ohne Operation. Diese Zahlen sind wichtig für die Erwartung der Familie. Wer nach zwei Wochen keinen Fortschritt sieht und daraus schließt, dass die Behandlung falsch ist, wechselt oft unnötig Material und verliert Zeit.
Débridement und Wundauflagen
Belag und abgestorbenes Gewebe müssen entfernt werden, sonst heilt nichts. Das übernimmt ärztlich oder eine Pflegefachkraft mit Wundzusatzqualifikation, mechanisch, mit Wundspüllösungen oder mit speziellen Auflagen. Für die Versorgung zu Hause gilt: Auflagen und Spüllösungen werden ärztlich angeordnet, nicht in der Apotheke nach Gefühl ausgewählt. Welche Produkte die Kasse trägt, richtet sich nach der Einordnung als Verbandmittel; der Überblick zu den Hilfsmitteln der Krankenkasse erklärt die Abgrenzung.
Schmerzen ernst nehmen
Ein Dekubitus tut weh, auch bei Menschen, die sich nicht äußern können. Zeichen sind Unruhe, Abwehrbewegungen beim Lagern, erhöhter Puls, Anspannung im Gesicht oder ein steigender Beatmungsdruck bei Bewegung. Ein Verbandwechsel ohne vorherige Schmerzmedikation ist bei tiefen Wunden nicht zumutbar. Sprechen Sie die Praxis auf ein Schema an, das etwa 30 Minuten vor dem Wechsel wirkt.
Wann es in die Klinik gehört
Bei Fieber, schnell zunehmender Rötung im Umfeld, übelriechendem Sekret, freiliegendem Knochen oder einer plötzlichen Verschlechterung des Allgemeinzustands. Dahinter können eine Knochenentzündung oder eine Sepsis stehen, und beides ist lebensbedrohlich. In dieser Situation wird nicht bis zum nächsten Hausbesuch gewartet.
Dokumentation, Hilfsmittel und Kosten
Ein Dekubitus ist auch rechtlich relevant. Er ist ein Qualitätsindikator in der Pflege, und bei einer späteren Auseinandersetzung mit Kasse oder Pflegedienst entscheidet die Dokumentation. Notiert werden Größe, Tiefe, Grad, Wundrand, Umgebung, Geruch, Schmerz und jede Maßnahme mit Datum. Fotos mit Lineal und Datum sind zulässig und hilfreich, wenn der Patient oder die bevollmächtigte Person zustimmt.
Die Versorgung selbst läuft über zwei Kostenträger. Verbandmittel und die Wundbehandlung durch den Pflegedienst gehen als häusliche Krankenpflege über die Krankenkasse. Antidekubitus-Matratzen, Wechseldrucksysteme, Sitzkissen und Lagerungshilfsmittel sind Hilfsmittel nach § 33 SGB V, ebenfalls Krankenkasse, mit Zuzahlung von zehn Prozent, mindestens fünf und höchstens zehn Euro je Hilfsmittel.
Verbrauchsmaterial für die tägliche Pflege wie Handschuhe und Bettschutz läuft dagegen über die Pflegekasse: bis zu 42 Euro monatlich nach § 40 Abs. 2 SGB XI, abrufbar mit dem Pflegehilfsmittel-Assistenten. Der Aufwand für Lagerung, Hautkontrolle und Wundversorgung erhöht außerdem den Hilfebedarf spürbar: Wer ihn mit der Pflegetagebuch-Vorlage zwei Wochen lang festhält, geht mit belastbaren Zahlen in die Begutachtung statt mit Erinnerungen.
Nächste Schritte
- Führen Sie eine tägliche Hautkontrolle an allen Auflagepunkten ein, inklusive der Stellen unter Kanülenband, Maske und Sensoren.
- Halten Sie den Fingertest schriftlich fest, sobald eine Rötung auftritt, mit Datum und Ort.
- Lassen Sie das vorhandene Matratzensystem vom Pflegedienst bewerten, wenn eine Rötung wiederkehrt.
- Prüfen Sie mit dem Pflegegrad-Rechner, ob der aktuelle Pflegegrad den tatsächlichen Aufwand noch abbildet.
- Fragen Sie beim Intensivpflegedienst nach einer Fachkraft mit Wundzusatzqualifikation, wenn eine Wunde ab Grad 2 vorliegt.
FAQ – Dekubitus-Grade
Was ist ein Dekubitus Grad 1?
Eine Rötung der intakten Haut, die auf Fingerdruck nicht verblasst. Die Durchblutung ist bereits gestört, die Haut aber noch geschlossen. Bei sofortiger und vollständiger Druckentlastung bildet sich Grad 1 in der Regel zurück, ohne dass eine Wunde entsteht.
Wie funktioniert der Fingertest?
Mit dem Finger einige Sekunden auf die gerötete Stelle drücken. Wird die Haut weiß und rötet sich danach wieder, ist die Durchblutung intakt. Bleibt die Rötung unter dem Druck bestehen, liegt ein Dekubitus Grad 1 vor. Bei dunkler Haut zählen zusätzlich Wärme, Verhärtung und Schmerz.
Was unterscheidet Grad 3 von Grad 4?
Bei Grad 3 reicht die Wunde durch alle Hautschichten bis ins Unterhautfettgewebe, oft mit Taschen unter dem Wundrand. Bei Grad 4 sind Knochen, Sehne oder Muskel sichtbar oder tastbar. Grad 4 birgt ein hohes Risiko für eine Knochenentzündung und wird häufig operativ behandelt.
Wie schnell entsteht ein Dekubitus?
Unter ungünstigen Bedingungen innerhalb weniger Stunden. Entscheidend ist die Dauer des Drucks, nicht nur seine Höhe. Bei schlechter Durchblutung, Fieber, Feuchtigkeit oder Untergewicht verkürzt sich die Zeit zusätzlich, weshalb bei Risikopatienten mehrmals täglich kontrolliert wird.
Wo entsteht ein Dekubitus bei beatmeten Menschen am häufigsten?
Am Kreuzbein und an den Fersen, weil der Oberkörper zum Schutz vor Aspiration erhöht bleibt. Dazu kommen Stellen unter Medizinprodukten: unter dem Halteband und dem Schild der Trachealkanüle, unter der Beatmungsmaske am Nasenrücken, hinter den Ohren und an der Nase durch eine Magensonde.
Kann sich ein Dekubitus zurückstufen, wenn er heilt?
Nein. Die Grade beschreiben die Tiefe der ursprünglichen Schädigung, nicht den Heilungsverlauf. Ein abheilender Grad 4 füllt sich mit Granulationsgewebe, bleibt aber ein Grad 4 in abheilendem Zustand. In der Dokumentation wird deshalb nie zurückgestuft.
Was ist eine tiefe Gewebeschädigung?
Eine violette oder dunkelrote Verfärbung unter intakter Haut, manchmal mit einer blutgefüllten Blase. Der Schaden liegt in der Tiefe und kann sich innerhalb von Tagen zu einer offenen Wunde Grad 3 oder 4 entwickeln. Sie gehört sofort entlastet und ärztlich beurteilt.
Darf man eine gerötete Stelle massieren?
Nein. Massagen, Eisen und Föhnen galten früher als Prophylaxe und gelten heute als schädlich, weil sie das bereits geschädigte Gewebe zusätzlich belasten. Die einzige richtige Sofortmaßnahme ist die vollständige Druckentlastung der Stelle.
Wer bezahlt eine Antidekubitus-Matratze?
Die Krankenkasse als Hilfsmittel nach § 33 SGB V, verordnet über ein Hilfsmittelrezept. Es gilt die Zuzahlung von zehn Prozent, mindestens fünf und höchstens zehn Euro je Hilfsmittel. Handschuhe und Bettschutz laufen dagegen als Pflegehilfsmittel zum Verbrauch über die Pflegekasse.
Muss ein Dekubitus fotografiert werden?
Vorgeschrieben ist es nicht, sinnvoll fast immer. Ein Foto mit Lineal und Datum belegt Größe und Verlauf besser als jede Beschreibung, setzt aber die Einwilligung des Patienten oder der bevollmächtigten Person voraus. Die schriftliche Wunddokumentation bleibt in jedem Fall Pflicht.
Welche Rolle spielt die Ernährung?
Eine große. Ohne ausreichend Eiweiß, Kalorien und Flüssigkeit heilt keine Wunde und die Haut wird anfälliger. Bei Sondenernährung wird deshalb bei bestehendem Dekubitus häufig auf eine eiweißreiche Nahrung umgestellt, in Abstimmung mit der Praxis und je nach Nierenfunktion.
Ist ein Dekubitus ein Pflegefehler?
Nicht automatisch. Bei sehr kranken, kaum bewegbaren Menschen kann er trotz korrekter Prophylaxe entstehen. Entscheidend ist, ob die anerkannten Maßnahmen umgesetzt und dokumentiert wurden. Genau deshalb ist eine lückenlose Dokumentation im Streitfall der wichtigste Beleg für alle Beteiligten.
Fazit
Der Unterschied zwischen einer harmlosen Rötung und einer Wunde, die Monate kostet, entscheidet sich in Stunden und ist mit dem Fingertest in Sekunden zu prüfen. Wer täglich alle Auflagepunkte kontrolliert, die Stellen unter Kanülenband, Maske und Sensoren einschließt, bei jedem Verdacht sofort vollständig entlastet und den Befund schriftlich festhält, verhindert die meisten schweren Verläufe. Und wer die Hilfsmittel korrekt beantragt, hat die Werkzeuge dafür auch zur Hand.


